Montag, 17. April 2017

[REZENSION] Markus Heitz "Des Teufels Gebetbuch"


Markus Heitz
"Des Teufels Gebetbuch"
Verlag: Knaur
Erscheinungstermin: 01. März 2017
Preis: 16,99€ (broschiert)
           14,99€ (eBook)

Der ehemalige Kartenspiele Tadeus Boch arbeitet in einem Casino um gegen seine Sucht anzukämpfen. Eines Tages gerät er an einen reichen russischen  Milliardärssohn und erfährt von dem Spiel Superieur, das die Reichen aus Vergnügen und Langeweile spielen - mit einem tödlichen Nervenkitzel. Hinzu werden seltene Karten als Einsatz geboten... Tadeus gelangt durch Zufall an eines dieser Karten, eine mysteriöse Pik-Neun, die ihn fortan nicht mehr loslässt und in einen sog zu ziehen scheint das Kartenspiel vervollständigen zu müssen.

Markus Heitz ist mit diesem Roman wirklich wieder ein Geniestreich gelungen. Ich leibe seine Bücher und seine mysteriöse böse Note darin.
Auch beim Teufels Gebetbuch ist wieder ein ganz spezieller Thrill und Horror zwischen den einzelnen Seiten versteckt.

Besonders merkt man die viele Recherchearbeit heraus, die der Autor hier geleistet hat. Nicht nur historische Fakten werden gekonnt eingearbeitet, nein am Ende gibt es auch einen kleine Aufsatz als extra zur historischen Abhandlung und Werdegang des Kartenspieles. Sehr interessant zu erfahren, dass das Kartenspiel heute nicht ein einfaches Spiel war, sondern teils verboten und gar gekennzeichnet war, hängte Karten gespielt werden durften...

Sehr schön sind auch kleine Anspielungen mit Goethe noch als Studioso und dem Pudel mit dem mysteriösen Besitzer Dietrich, der "Teil von jener Kraft, die stets das böse will und stets das Gute schafft" in den historischen Zwischenspielen zwischen den Kapiteln. Sehr interessante Rückblenden und sehr gut gelungen, diese Einarbeitungen.
Allgemein bringen die Rückblenden eine gewisse mysteriöse Spannung in die Geschichte ein. Die Entstehung der teuflischen Karten, die schließlich teils in Tadeus Hände gelangen und zusammengesetzt verderben bringen werden...

Überhaupt weiß Markus Heitz ja oft seine Romane geschickt miteinander zu verknüpfen, fast schon erwartete ich einen Helden aus einem seiner anderen romane auftauchen zu sehen, doch irgendwie kam mir auch der Name Tadeus Boch sehr bekannt vor (ich muss nur kramen wo genau oder ob ich mich irre).

Zumindest ist die komplette Geschichte wahnsinnig spannend und unheimlich. Es ist ein versteckter Horror, mit gewohnt blutigen Szenen, die dieses Mal schon teils gewöhnungsbedürftig sind, wenn auch mal ein Kind hineingezogen wird. Es passiert permanent etwas, der Leser kommt kaum zum Atmen, so oft muss der Atem angehalten werden. Unerwartete Wendungen, böse Vorahnungen und geschickte Verknüpfungen, ohne das man am Ende etwas ahnt wie es kommt...

Wieder einmal ein wahnsinnig gutes Buch, das man einfach nur lesen muss.
Absolute Leseempfehlung von mir, das war einfach nur der Wahnsinn!


Danke an den Knaur-Verlag für dieses Rezensionsexemplar

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