Dienstag, 23. Februar 2016

[REZENSION] Kiera Brennan "Die Herren der Grünen Insel"


Kiera Brennan
"Die Herren der Grünen Insel"
Verlag: blanvalet
Eracheinungstermin: 15.02.2016
Preis: 19,99 € (gebundenes Buch)
           15,99 € (e-Book)
            

Ein rund 960 Seiten dicker historischer Epos, der einen schnell in seine Welt zieht und dann von mir innerhalb einer Woche verschlungen wurde...

INHALT

Die Geschichte beginnt mit Ascall von Toora, der noch als 6 jährigem Junge das erste mal tötet... Er wird schließlich zu einem der gefürchtetsten Krieger Irlands um 1162. Als ihm einst von einem anderen Burgherrn die Hand der Tochter mit einer Schmach verweigert wurde, schwört er Rache - und raubt die junge Caitlin schließlich ihrer Familie. Ihr Bruder Riacan, selber nicht der mutigste und geachtetste Burgherr, setzt schließlich viele Hebel in Bewegung um seine Schwester wieder zu bekommen. 
Und dann ist da noch der König, der sich im Verborgenen halten muss und seinen Krieg plant um Grosskönig von Irland zu werden und sein Reich und andere zurückzuerobern und zu gewinnen. Genau wie die Tochter Aiofe, ein junges unschuldiges Mädchen, das ihre eigenen Ziele im Leben hat, zusammen mit einem gewitzten Händler und seiner Tochter - sie alle Leben ihr Leben im Irland des 12. Jahrhunderts - mit all den Kämpfen, Kriegen und Machtspielchen.

MEINE MEINUNG

Man fühlt sich regelrecht ins alte mittelalterliche Irland versetzt. Sieht vor Augen die weite grüne Landschaft, genau wie die rauen Burgen und ihre Bewohner.
Nicht wenige der Charaktere haben eine scharfe Zunge. Der ein oder andere wächst einem ebenso ans Herz, lässt einen mitfühlen, genau wie den anderen verachten und fürchten. Die Autorin weiß wie man den Figuren leben einhaucht...
Das geschieht in einzelnen Kapiteln, die über mehrere Jahre hinweg jeweils aus abwechselnden Perspektiven der einzelnen Charaktere geschrieben wurden. 

Die interessantesten Charaktere von denen ich am liebsten las, waren Caitlín und ihr Bruder Riacán. Vor allem Caitlín ist eine sehr starker Frauenchatakter in der mehr steckt als man ahnt. Auch ihr Bruder entwickelt sich weiter. Doch auch der düstere Ascall war sehr faszinierend und vielschichtig und ich las sehr gerne über ihn.
Und dann mag so manch einer der vielen Personen einen zu überraschen und sprachlos sitzen lassen, hat man doch was völlig anderes erwartet nur nicht das...

Des Weiteren fand ich sehr interessant wie die Autorin es geschafft hat, all die Personen sich mehr oder weniger nah oder direkt begegnen zu lassen. Über all die Jahre und Distanzen hinweg. Teilweise kennen diese sich gar nicht oder lernen sich erst später kennen, kennen die Schicksale des anderen nicht, die sie doch eigentlich verbindet und lassen wieder andere sich wiederfinden, ob mit oder ohne Hoffnung...

Hilfreich war auch das Personenverzeichnis am Ende. Trotz einer großen Anzahl an Charakteren ist es nicht schwer der Geschichte zu folgen. Im Personenverzeichnis hat man zur Not eine Übersicht inklusive (großer Pluspunkt!) Lautschrift der irischen Namen... Den Klang mag ich sehr...

Im großen und Ganzen eine fesselnde, lehrhafte und epische Geschichte. Die auf der anderen Seite aber auch einen kleinen Minuspunkt zu verzeichnen hat. 
Trotz der atmosphärisch stimmenden Erzählung, die zum dunklen Zeitalter passt, muss man doch ab und zu über die Grausamkeiten schlucken. Gerade den Frauen gegenüber sind die Krieger sehr herablassend, da war eine Frau nichts wert und nur dem Vergnügen da, zahlreiche Vergewaltigungen ob im Kriege oder in der Burg sind an der Tagesordnung (Gott sei dank nicht direkt beschrieben)... aber auch wenn es das authentischer macht, zusammen mit der Gewaltbereitschaft und dem schnell gezückten Schwert bei dem ein Menschenleben nicht viel Wert ist... so schluckt man als Leser und vielleicht gerade als Frau doch das ein oder andere mal. 

FAZIT

Mir hat dieser dicke Historienroman sehr gut gefallen und kann ich nur getrost weiterempfehlen. Wer auf mittelalterliche Schauplätze des alten Irlands steht und auch das ein oder andere über die Bräuche und Sitten lernen will, wird seine Freude daran haben.
Ich freu mich schon auf mehr!


Vielen Dank an den blanvalet-Verlag für dieses Rezensionsexemplar !

Sonntag, 7. Februar 2016

[REZENSION] Geneva Lee "Royal Passion"

Die Story eines Prinzen, der weniger Märchenprinz als ein absoluter Bad Boy ist...



Geneva Lee
"Royal Passion" - Band 1
Verlag: blanvalet
Erscheinungstermin: 15. Januar 2016
Preis: 12,99 € (Broschiert)
               9,99 € (e-Book)


INHALT

Clara Bishop befindet sich auf ihrer Abschlussfeier der Oxford University und findet sich ganz plötzlich in den Armen eines jungen Mannes wieder, der sie überraschend küsst und verschwindet. Erst am nächsten Tag erfährt sie auf eine nicht gerade angenehme Weise, wer dieser Fremde war, denn die Klatschblätter sind voll von einem Foto mit ihr und Prinz Alexander, dem Thronerben von England und ihr Haus wird von der Presse belagert. Kurzerhand will sie den Prinzen zur Rede stellen und stürzt nicht nur in eine Geschichte, die sie nie wollte, sondern auch ihr Herz ins Verderben.


MEINE MEINUNG

Es sind noch nicht einmal 50 Seiten vergangen ohne dass beide übereinander herfallen wollen und dies auch im ihrem ersten Gesprächen in deutlicher "schmutziger" Sprache zum Ausdruck bringen. Er : Selbstsicher und laut aussprechend dass er alles bekommt was er will, sich dafür sogar für grosszügig hält und Sie: zwar tugendhaft oder nachdenkend tut, schlauer sein will aber vollkommen darauf anspringt und "regelrecht zerfließt", es als den "Fehler ihres Lebens" bezeichnet und somit eigentlich wiedersprüchlich wohlwissend, dass sie sich zum Sex treffen mit ihm trifft... Und haben wir das bei ihm mit dem T-Shirt anbehalten und nicht berühren mit einer dominanten Art nicht schonmal irgendwo gelesen? 
Am Anfang wusste ich daher nicht, ob mir das Buch weiter gefällt, aber mir gefiel der Schreibstil und irgendwie doch dieser Bad Boy,... Auch wenn der Prinz an Mundwerk hat schlimmer als so manch ein Bauarbeiter... Doch es ist vollkommen anders und besser als SoG... Auch wenn es sich ein paar kleine Ähnlichkeiten hat, die aber schnell aufhören.

Es ist eindeutig eher ein Erotikroman als ein Young Adult, es geht viel mehr und heißer zur Sache... Es geht viel mehr um Sex und der Rest der Geschichte verliert sich ein wenig, Da hätte ich mir mehr von gewünscht,... 
Und Immer wieder wird auf eine Vergangenheit bei beiden angespielt, eine Beziehung die ihr nicht gutgetan hat und auch er scheint seine Geheimnisse zu habe, doch obwohl sie immer wieder angesprochen werden, bleiben diese doch sehr vage. Im Vordergrund steht mehr die Lust der Beiden... Das merkt man auch deutlich bei Diskussionen oder Streit, sein Mittel zum beenden eines Streits scheint in Ablenkung durch Sex zu bestehen, kein Wunder dass die Probleme nicht gelöst sind und immer wieder auftauchen und die beiden sich ja fast im Kreis bewegen.

Der Roman hat eindeutig ein paar Schwächen. Nicht nur die oben abgesprochenen Punkte, sondern auch ein paar Logikfehler (zB hat sie in einem Moment noch all ihre Shoppingtüten bei sich die im nächsten als sie im Hotel aus dem Aufzug steigt plötzlich nicht mehr erwähnt werden). Dennoch sehr unterhaltsam und man liest ihn sehr schnell weg ohne ihn an die Seite legen zu wollen.

Doch trotz all dieser Kritikpunkte hat mir das Buch doch recht gut gefallen. Es könnte mich sehr gut unterhalten und wenn man weiß was einen darin erwartet - und ich rede hier nicht von einem kitschigen Frauenroman und Märchen, sondern von einem erotischen Roman, dann wird es einen auch nicht überraschen genau das vorzufinden und es wird einen unterhalten.

Angenehm ist auch, dass das Buch mit 446 Seiten ein gutes Mass hat ebenfalls wie die beiden Nachfolgebände. Es wird alles nicht künstlich auf 600-700 Seiten gezogen, was die folgenden Bände bringen werden, bin ich schon gespannt. Denn ich werde definitiv weiter lesen und bin gespannt auf mehr.

Immerhin ist Clara vielleicht ein wenig naiv, aber weder eine naive Jungfrau, noch ein armes kleines Mädchen, denn auch sie ist vermögend und somit zumindest gesellschaftlich auf nahezu gleicher Ebene. 

Ein guter Auftakt mit der Hoffnung auf mehr.

FAZIT

Prinz Alexander ist definitiv kein Märchenprinz, Mädels - aber das wollte ich zumindest gar nicht und hatte ich auch nicht erwartet.
Daher von mir trotz kleiner Schwächen eine Leseempfehlung - die Geschichte ist noch ausbaufähig - dafür sind die Folgebände aber auch da. Wir können gespannt sein, was uns da erwartet, lang müssen wir nicht warten.


Danke an den blanvalet-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!