Sonntag, 19. Oktober 2014

[REZENSION] "Fliegende Zeilen"

Der Abend wechselt langsam die Gewänder,
Blutrot leuchten die Hinmelsränder... 
Das Messer noch in seiner Hand,
tropft das Blut noch auf den Boden.
Sie hatte ihn erneut belogen,
nun verrinnt ihr Leben in den Sand.


Ja was will ich Eich heute mit dem Gedichtlein sagen ?! Es war die Aufgabe für ein tolles Spiel, das ich euch hiermit gerne näher vorstellen würde.

Es geht um das Spiel Fliegende Zeilen - Ein poetisches Spiel um Sinn und Unsinn aus dem moses.Verlag
Das Spiel ist für Spieler ab 12 Jahren geeignet. 

INHALT:
Das Spiel kommt in einer etwa 26x20cm großen Schachtel und damit schon einmal größer als am Anfang von mir erwartet.
In der Schachtel befinden sich eine Sanduhr (90 Sekunden), ein Würfel, sowie Spielbewertungskarten und Schreibblöcke für 6 Mitspieler.
Das wichtigste sind die kleinen Karten mit den Aufgaben, die zu erwürgen sind und ein Heftchen mit Verszeilen, die ebenfalls erwürfelt werden müssen.

Die Spielregeln sind einfach und leicht verständlich und so kann schnell los gelegt werden.

SPIELABLAUF

Hat ein Spieler die Aufgabe erwürfelt und mit drei weiteren Würfeln eine Verszeile durch Zufallsprinzip also kombiniert, steht dem fröhlichen poetischen Wortgefügen also nichts mehr im Wege. 
Jeder Spieler schreibt seine poetischen Ergüsse auf seinen Blöcken innerhalb von 90 Sekunden nieder. Nach Ablauf der Zeit wird reihum vorgetragen und die Mitspieler bewerten sich gegenseitig in einer Art Rangfolge. Beispiel: 5 Spieler und Bewertung 1-4 für die Mitspieler. 
Die Punkte werden notiert und so geht es in die nächste Runde.

Beispiel gefällig ? 
Jetzt kommen wir zu meinem anfänglichen Reim zurück. Die Aufgabe lautete einen Krimi zu verfassen zu folgendem Zitat: "Der Abend wechselt langsam die Gewänder". 


MEINE MEINUNG:
Ein sehr tolles und vorallem noch nicht dagewesenes Spiel, dass die eigene Kreativität fördert.
Sicherlich muss man selber oder auch die geeigneten Mitspieler ein Interesse daran haben, aber dafür gibt es auch genug unterschiedliche Aufgabenbereiche dass auch etwas zunächst umkreativ empfindende Menschen in das Spiel herein kommen und ihre Freude daran finden werden. Es gibt sogar eine Karte mit höherem Schwierigkeitsgrad, die man somit zunächst Außen vor lassen kann.

Die ersten Runden werden sich zunächst ein wenig holprig gestalten. 90 Sekunden werden da je nach Aufgabenstellung schwer ausreichen. Zum Einstieg kann man aber sicherlich ein Auge zudrücken und die Zeitspanne variieren. 

Längerzeilige Gedichte wie meines oben, wären sonst nicht so schnell Zustande gekommen.
Und genau hier liegt noch ein Punkt der kleinen Kritik. Sollte man wirklich die Aufgaben umfangreich niederschreiben, so ist auf den mitgelieferten Blöcken letztendlich doch ein wenig Platz. Obwohl sie zugegebenermaßen mit einem Format von DIN A5 durchaus größer ausfallen als meistens üblich bei Spielen. Dafür sind allerdings 6 Stück dabei und mit umfangreichen Blättern, das man genug Papier hat - oder irgendwann eben doch auf normale Blöcke sonst ausweichen kann.


Das mitgelieferte Versverzeichnis bietet eine große Auswahl an Zitaten. Insgesamt 219 Verszeilen lassen sich somit mit 25 Aufgaben kombinieren und bieten somit eine große Vielfalt.

Dabei gibt es umfangreiche Aufgaben wie einen Krimi, Komödie, Liebesgedicht zu dichten, aber auch nur einen einzelnen Reim zu finden. Dann wiederum kann man einen passenden Songtitel suchen, Lautsprecherdurchsage verfassen, auch kurios eine PC-Fehlermeldung... Da ist es vorprogrammiert dass es heiter wird und so manch lustige Antworten bei rauskommen.

Es gibt nur wenige blöde Zufälle wo eine Aufgabe wie die Umwandlung einer Zeile in eine Frage wirklich kollidieren kann, weil diese schon eine Frage ist, doch die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering und auch mir nur bei genauerem Vergleich der Aufgaben und Verse für diese Rezension aufgefallen.

Insgesamt ein sehr spaßiges und einfallsreiches Spiel, dass sicherlich noch für viel Spass in unserem Hause führen kann, bedenke ich so manch kreativen Ergüsse von Freunden und ich somit nur zu gerne hiermit weiterempfehlen kann!


Danke an Blogg Dein Buch und den moses.Verlag für dieses Rezensionsexemplar.



Donnerstag, 2. Oktober 2014

[REZENSION] Sarah Dunant "Der Palast der Borgia"

Wer hat nicht schon von der Geschichte der Familie Borgia gehört, gesehen oder gelesen ?! Hier kommt die Geschichte in einem neuen Gewand.


Sarah Dunant
"Der Palast der Borgia"
Verlag: Insel Taschenbuch
Preis: € 14,99
Erscheinungstermin: 15. September 2014

Die Geschichte der Borgia ist die Geschichte einer skandalösen Papstfamilie, die vor nichts zurückschreckten um an ihre Ziele zu gelangen.
1492 wurde Rodrigo Borgia zum Papst ernannt, er ging als Papst Alexander VI in die Geschichte ein.
Sein erstes Ziel war erreicht, nun hieß es den Status der Familie Borgia für alle Zeit in der Geschichte der Welt zu sichern. Seine zwölfjährige Tochter Lucretia wurde gewinnbringend verheiratet, der Ehemann irgendwann lästig und so mit List eine lukrativere Ehe geschlossen. Der jüngste Sohn José ebenfalls in eine Königsfamilie eingeheiratet, genau wie der Lieblingssohn Juan. Der älteste Sohn Cesare absolvierte eine Kirchenlaufbahn, bis er doch zum Krieger wurde.
Auf ihrem Weg gingen die Borgia über Leichen, schmiedeten Intrigen und gaben sich lasterhaftem Treiben hin. Der Papst hatte seine Mätresse, die Früchte in Form weiterer Kinder trug... Und auch innerjalb der Familie gibt es verbotene Liebe. Doch dieses Leben brachte auch Feinde hervor und so war auch das Leben der Borgia gefährdet.

Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten beruht. Mehrmals in Büchern niedergeschrieben oder verfilmt ist die komplette Geschichte nichts neues. 
Doch ist dieses Buch trotz seiner 640Seiten ein Lesevergnügen. Die Autorin hat sich sehr detailliert an historische Begebenheiten orientiert. Bei nicht genau wiederlegten Vermutungen das plausibelste angenommen.
Insgesamt wirkt die Geschichte stimmig. Ein dickes Buch aufgrund der umfangreichen Geschichte, das sich jedoch keineswegs in die Länge zieht. Kurz und knapp werden die einzelnen Stationen und Ereignisse abgehandelt und lassen dabei Raum für den Roman ohne zu sehr wie eine historische Abhandlung zu wirken. 
Doch hier liegt gleichzeitig auch der Nachteil. Es werden zwar die einzelnen Charaktere und ihr Leben aus ihrer Sicht behandelt, doch aufgrund des Umfangs der Ereignisse und der kurzen Abhandlung bei so vielen Charakteren bleibt eine tiefere Einsicht für den Leser unmöglich. Man kann sich nicht ganz in die Charaktere hineinversetzen.

Das angebliche Beziehungsverhältnis zwischen Cesare und Lucretia empfinde ich nicht ganz getroffen. Für mich wirkt es einseitig von Cesare und eine großeBruder  Schwärmerei von der kleinen Schwester. 

Dennoch ist die gesamte Geschichte noch nicht abschließend erzählt. Die Autorin lies sich den Rest für eine Fortsetzung offen. Wer die Geschichte kennt, der weiß da kommt noch einiges. Ich würde die Fortsetzung jederzeit lesen sobald diese erscheint. 

Eine historische Leseempfehlung !


Danke an das Vorablesen-Team und den Insel-Taschenbuch Verlag für dieses Rezensionsexemplar !