Sonntag, 2. Juli 2017

[REZENSION] Arthur Phillipp "Die Dunkelmagierin"


Arthur Philipp
"Die Dunkelmagierin"
Preis: 14,99 € (broschiert)
           11,99 € (e-Book)
Verlag: blanvalet
Erscheinungstermin: 20. Februar 2017

"Eine junge Magierin, ein uralter düsterer Orden, eine fast vergessene Prophezeiung"
So klingt schon der vielversprechende erste Satz der Beschreibung.

Die junge Feja hat ein großes Talent für Magie, um diese nutzen zu können wird sie die Schule der grauen Magier besuchen. Doch schnell wird es mehr als ein bloßer Schulbesuch, und andere scheinen ihre Macht nutzen zu wollen und sehe sie sich versieht steht sie da als begehrter Spielball der Mächtigen, die ihre alten Mächte wieder erlangen wollen... Doch auch eine weitere Partei ist im Spiel und auch sie wollen Fejas Kräfte... Feja muss schnell lernen um zu überlegen, lernen ihre Kräfte zu nutzen und einzusetzen 

Das Buch klingt im ersten Moment wie eine magische Schulgeschichte aus dem Jugendbuchbereich, ist aber wirklich eher im Fantasy, vllt auch leicht im high Fantasy Bereich anzusiedeln. Zumindest ist die Story erwachsener, was schon einmal gut ist.

Allerdings würde ich mit der Geschichte nicht spontane warm. Was vielleicht vor allem an den vielen Personen und Wesen liegen, die schwer zu erfassen und somit der Geschichte zu folgen ist. Selbst als geübter Game of Thrones Leser, viel es mir da doch etwas schwer. Da war man schnell wieder damit beschäftigt zu überlegen wer wer war und was nochmal passiert war. 
Feja als Hauptcharakter war einem allerdings sympathisch, auch wenn ihre Handlungen vielleicht nicht immer nachvollziehbar sind. Aber das kann bei vielen Charakteren der Fall sein und unterstreicht ja mehr die Handlung. 

Das Buch ist allerdings kein Erstlingswerk, wie erst von mir gedacht.
Der Autor selber ist kein Neuling in der Fantasyszene, bei "Arthur Pillipp" handelt es sich um ein Pseudonym eines bekannten deutschen Autors, so der Klappentext. Tatsächlich scheint es mit einer kurzen Suche im www schnell klar zu sein, wer es sein könnt, ob ich richtig liege weiß ich nicht, wenn ja, dann hab ich allerdings auch noch keins seiner anderen Werke gelesen. Ein Pseudonym find von nicht unbedingt sinnvoll, allerdings scheint es sich von seinen anderen Romanen ein wenig abzusetzen, was den Schritt eventuell erklären könnte.

Der zweite Teil steht schon bald in den Startlöchern. Das Cover hat eine andere Farbe, ist aber ansonsten genauso schön gestaltet. Momentan bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob ich weiterlesen soll. Die Geschichte hat nich mehr zu bieten und sicherlich noch Potential. Mal schauen, wenn es soweit ist und ich es im Buchladen in der Hand halten kann...


Vielen Dank an den blanvalet Verlag für dieses Rezensionsexemplar

[REZENSION] Libby Weaver "Das Rushing Woman Syndrom"


Libby Weaver
"Das Rushing Woman Syndrom
- Was Dauerstress unserer Gesundheit antut"
Preis: 19,99 € (Taschenbuch)
           15,99 € (e-Book)
Verlag: Trias
Erscheinungstermin: 26. April 2017

In der heutigen Gesellschaft hat sicherlich jeder Mensch Stress ohne Ende. Dass das auf Dauer nicht gut für den Körper ist und einiges anrichten kann, versteht sich von selbst. Doch was genau richtig es dem Körper an, ohne "nur" ausgelaugt zu sein oder schlimmstenfalls sogar ein Burn Out droht ?
Das sich dabei der Stress bei Frauen noch einmal vom Stress der Männer unterscheidet, kann man in manchen Bereichen erahnen (Verspätung der Periode oder dergleichen), doch wollte ich einmal tiefer schauen, da ich ebenfalls ein sehr stressigen beruf habe, und dachte mir nach vielen Loben auf dieses Buch, dass dies dafür doch die richtige Lektüre wäre.

Im Großen und Ganzen ist das Bich gut in einzelne Abschnitte aufgeteilt. Die Kapitel sind nicht zu lang und wenigstens nicht zu sehr fachtechnisch, so dass wirklich jeder Leser versteht, was gemeint ist. 
Einzelne Abschnitte waren gut, manchmal hätte ich mir trotz der Kürze aber auch noch mehr Tiefgang gewünscht.
Andere Abschnitte, wie die Funktionen der Schilddrüse, von denen ich mich weniger betroffen fühlte, waren dann für mich (verständlicherweise) eher uninteressant. Aber das ist normal dass einen nicht alles (zum Glück) betrifft, dafür aber gut, wenn ein Ratgeber alles abdeckt.

Die australische Autorin ist bekannt (so gibt es auch Lohmeyer einiger Holywoodstars am Beginn des Buches) und blickt auf eine lange Berufserfahrung zurück, so wirft sie immer wieder Beispiele von Geschichten ihrer Patientinnen ein. Störend und unpassend fand ich da eher Auszüge aus alten Fachzeitschrift Beiträgen, die sie geschrieben hat und hier in dem Buch mit einbaut. Die waren mir eindeutig Zuviel und ich fand es wirklich nicht immer unbedingt passend sinnvoll. Sie wird sich aber schon etwas dabei gedacht haben...

Im Großen und ganzen ein netter Rundum Einblick, der einen verstehen lässt, was in seinem Körper so alles passiert oder passieren kann, zusammen mit einigen Tipps, wie man Stress vermeiden oder abfangen kann. Muss man nicht unbedingt gelesen haben, aber ich finde es dennoch interessant zu wissen. Der Preis mag ein wenig hoch sein, in Endeffekt handelt es sich aber um ein Sachbuch, die bekanntermaßen aber auch teurer sind.

Wie gesagt noch ein wenig mehr hatte ich erwartet, bietet aber eine gute Grundlage, die dazu noch sehr verständlich geschrieben und aufgemacht ist und durchaus für eine rushing Woman in unserer Zeit interessant zu lesen ist. Ob man bereits eine rushing Woman ist oder auf dem besten Weg dahin ist, verrät einem der Test am Anfang des Buches. Selbst wenn man demnach keine rushing woanders ist, so sollte man aber dennoch das Buch weiterlesen.





Freitag, 23. Juni 2017

[REZENSION] Sylvain Neuvel "Giants - Zorn der Götter"


Sylvain Neuvel

„Giants – Zorn der Götter (Band 2)“

Verlag: Heyne

Preis: 14,99 € (broschiert)

            11,99 € (e-book)

Erscheinungstermin: 09. Mai 2017

 

Nachdem im ersten Band die Wissenschaftler um Dr. Rose Franklin die einzelnen Teile eines riesigen galaktischen Roboters zusammengesetzt hatten und gelernt hatten diesen zu verstehen und zu bewegen oder gar einzusetzen, knüpft der nun zweite Band direkt an die Geschehnisse an und verspricht noch spannender zu werden.

 

Während Dr. Rose Franklin noch ganz andere privat Probleme beschäftigen, landet nämlich ein zweiter Roboter plötzlich mitten in London. Dieser ist im Gegensatz zu dem zusammengesetzten eigenen Roboter auf der Erde männlich und viel größer.

Schon bald nehmen die Geschehnisse ihren Lauf und immer mehr Roboter landen plötzlich auf der Erde und werden zur tödlichen Bedrohung!

… mehr sollte man vorab gar nicht über die Geschichte wissen. Und mehr steht auch nicht auf dem Klappentext.

 

Was wollen sie hier ? Wer sitzt in diesen Robotern ? Und kann das Rätsel um den auf der Erde in Einzelteilen zerlegte Roboter endlich geklärt werden ?

 

Ich wiederhole mich sicherlich zum ersten Band, aber dafür dass ich eigentlich sonst kein Science-Fiction Leser bin, hatte mich die Geschichte an sich sehr fasziniert und vor allem schnell in den Bann gezogen.

Teil 2 jetzt sogar noch mehr als Teil 1 – denn die Spannung die eh schon im ersten Teil herrschte, hat nun extrem zugenommen, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte und die über 500 Seiten im Nu weggesuchtet wurden.

 

Weiterhin auffallend ist der ungewohnte Schreibstil, der in einzelnen Aktenauszügen, Berichte, Interviewprotokolle und dergleichen aufgezeichnet wurde. Doch daran hat an sich schnell wie auch schon beim ersten Teil gewöhnt. Der Spannung gibt das ganze keinen Abbruch – ich könnte aber auch verstehen, wenn einige nicht damit zurechtkommen. Eine persönliche Bindung zu den Charakteren konnte man sich dennoch aufbauen, meiner Meinung nach ist das ganze sehr gelungen und passt wirklich zur ganzen Geschichte.

 

Einige Geheimnisse werden ein stückchenweit gelüftet, andere bleiben noch immer verborgen und nicht ganz geklärt.

Auch dieser Band endet mit einem Cliffhanger – wenn ich es richtig mitbekommen habe, handelt es sich bei der Giants-Reihe mindestens um eine Trilogie (wobei ich auch nicht gegen mehr Bände abgeneigt wäre), genug scheint es zu lösen und erzählen zu geben.

Bedenkt man das ein zweiter Band oft ein wenig schwächer ist, als sein Vorgänger und Nachfolger, so trifft dies keinesfalls auf diesen Band zu. Ich bin wahnsinnig gespannt, wie die Geschichte weitergeht und kann es kaum erwarten, dass der nächste Band erscheint. (Leider ist dazu noch nichts in Sicht – auch im Original).

 

Eine grandiose Reihe, die man als Sci-Fi- und auch als Nicht-Sci-Fi-Fan gelesen haben sollte.

Alle Daumen hoch und eine riesengroße Leseempfehlung von mir !



Danke an den Heyne-Verlag für dieses Rezensionsexemplar !

[REZENSION] Kendare Blake "Der schwarze Thron I - Die Schwestern"


Kendare Blake

„Der schwarze Thron 1 – Die Schwestern“

Verlag: penhaligon

Preis:  14,99 € (broschiert)

                9,99€ (e-book)

Erscheinungstermin: 09. Mai 2017

 

Die Drillinge Mirabella, Katherine und Arsione wurden als Kinder voneinander getrennt um je ihrer Gabe entsprechend bei den entsprechenden Familien aufzuwachsen und groß gezogen zu werden. Denn an ihrem 18. Geburtstag wird nur eine von Ihnen den Thron besteigen. Wie es Brauch ist im Inselreich Fennbirn werden Sie ab dem Tage um Ihr Anrecht auf den Thron gegeneinander kämpfen – und nur eine kann überleben und geht als Siegerin hervor.

Mirabella beherrscht die Elemente Feuer, Wasser, Feuer und Erde. Sie scheint die Stärkste der Drei zu sein, wenn es nach der Ansicht der Priesterin und der Beliebtheit des Volkes geht. Katherine ist bei den Giftmischern aufgewachsen, sie beherrst das Mixen von Giften, scheint aber ansonsten eher weniger Gifte zu vertragen als andere Giftmischer vor ihr, daher wird sie als schwach angesehen. Arsinoe ist ein ganz liebes Mädchen und bei den Naturbegabten untergekommen. Doch bei ihr scheint sich die Gabe noch gar nicht gezeigt zu haben. Jeder Naturbegabte hat ein seelenverwandtes Tier an seiner Seite, Arsinoes hat sich jedoch noch nicht gezeigt und der Tag an dem sie mit ihren Schwestern auf Leben und Tod kämpfen wird, rückt immer näher… Was passiert, wenn die drei Schwestern sich nach so langer Zeit wieder sehen und gegeneinander antreten werden ? Denn  nur eine kann überleben…

 

Das Buch wurde vorab schon in Amerika extrem gehyped und gelobt – die deutsche Übersetzung ist nun endlich da und wir müssen zum Glück auch nicht so lange auf den zweiten Teil warten, der schließlich dann schon im August erscheinen wird.

Aufgrund des Hypes waren die Erwartungen schließlich sehr groß !

 

Die Idee drei Schwestern, Drillinge, in jeder Generation gegeneinander bis auf den Tod kämpfen zu lassen, bildet schon einmal eine spannende Grundlage.

Jetzt im ersten Band wurde diese Spannung allerdings noch nicht komplett ausgeschöpft, da wir die erste Hälfte des Buches damit verbringen die drei Schwestern jeweils für sich vorzustellen und sie und ihre Gaben kennenzulernen.

 

Die Gaben und die damit verbundenen Familienhierarchien sind verständlich und gut dargestellt. Ein wenig kommt mir dabei nur das Große und Ganze noch ein wenig zu kurz. Wir wissen zwar, dass es in jeder Generation Drillingsschwestern gibt und diese sich bekämpfen  müssen, wobei aber nicht so ganz klar ist, wie lange sie eigentlich dann regieren, bevor sie ihre eigenen Kinder gebären. Zumindest scheinen die jeweiligen Familienclans der jeweiligen Königin nach dem Tod einer Königin die Regierungsgeschäfte weiter zu führen. In diesem Fall sind derzeit seit mehreren Generationen die Giftmischer an der Macht.

Wenn ich mir vorstelle, dass es selbstverständlich zu sein scheint die eigenen Schwestern irgendwann zu töten und eigentlich keiner groß Skrupel hat, ist das aber auch nicht nur spannend, sondern irgendwie auch erschreckend für die Gesellschaft – kein Wunder wenn auch keine anderen Skrupel hinsichtlich von Intrigen herrschen können…

 

Erst gegen Mitte des Buches tauchen dann die ersten Intrigen auf. Wie in allen Königshäusern wollen sie ihre Königin auf dem Thron sehen – und damit auch selber herrschen. Dabei scheint jedes Mittel recht zu sein… und noch so einige andere spannende Überraschungen und Wendungen kommen auf dem Leser zu.

 

Leider scheint kaum eine Geschichte ohne eine Liebesgeschichte auszukommen… Hier in diesem Buch fand ich sie bisher ein wenig überflüssig und zu verstrickt, so dass ich bisher noch keinen Sinn darin gesehen habe, aber vielleicht kommt das noch im nächsten Band. 

 

Den ganz großen Hype um das Buch konnte ich bisher leider noch nicht verstehen, vielleicht bin ich deswegen auch mit zu großen Erwartungen an das Buch heran gegangen. Allerdings klingt das jetzt schlimmer als es ist. Eine Geschichte mit drei Hauptcharakteren braucht ihre Zeit um in Gang zu kommen und ihre Protagonisten richtig vorzustellen, das hat dieses Buch sehr gut getan und auch die Idee dahinter konnte mich begeistern und die Spannung gegen Ende hat immer weiter so sehr zugenommen, dass man den nächsten Band kaum erwarten kann.

Mir hat das Buch an sich gut gefallen, auch wenn es (noch) kein Highlight ist, was der nächste Band aber durchaus hervorbringen kann… Wir müssen ja zu Glück nicht mehr so lange warten!

 

Eine Leseepfehlung von mir – vorallem für Fantasyfans, die Intrigen lieben.



Danke an den Penhalihon-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Sonntag, 23. April 2017

[REZENSION] Colleen Hoover "Nächstes Jahr am selben Tag"


Colleen Hoover
"Nächstes Jahr am selben Tag"
Verlag: dtv
Erscheinungstermin: 10. März 2017
Preis: 14,95 € (broschiert)
           11,99 € (ebook)

Ben und Fallon sind achtzehn als sie sich am 9.November in einer Bar in Los Angeles kennenlernen. Die beiden sind sich sofort sympathisch, es könnte viel mehr aus ihnen werden. Doch es ist auch derselbe Abend an dem Fallon nach New York zieht... Einer Lebenseinstellung folgend, beschließen die beiden sich in den kommenden Jahren immer am 9. November zu sehen, dazwischen keinen Kontakt zu haben... Um zu sehen was aus ihnen wird... und die Jahre halten so einiges für die beiden bereit...

Schon lange vor der deutschen Übersetzung, wurde dieses Buch im Original schon wahnsinnig gelobt... Daher wartete ich sehnsüchtig auf die deutsche Eracheinung, als bekannt wurde, dass es endlich auch übersetzt wurde.
Colleen Hoovers Romane sind bekannt für viel Herz und Gefühl - im Guten wie in schlechten - daher brauchte ich dann beim erhält des Buches doch noch ein bisschen, obwohl ich so wahnsinnig gespannt war, bis ich in der richtigen Stimmung für dieses Buch war.
Ich habe wirklich sehr großes davon erwartet - und dieses Buch hat mich wirklich gar nicht enttäuscht ! Es hat meine Erwartungen, die wirklich schon sehr hoch gesteckt waren noch übertroffen.
Ich glaube ich habe schon lange nicht mehr bei einem Bich so viel rotz und Wasser geheult. Sowohl aufgrund der glücklichen Momente im Buch, als auch der schlechten (wie gesagt bei Coollen Hoover erwartet man die), das Buch kann einen zerstören und gleichzeitig glücklich machen und einen dadurch gedanklich so schnell nicht wieder los lassen.

Die Inhaltsbeschreibung auf dem Klappentext ist sehr kurz und vage gehalten und auch ich habe absichtlich nichts weiter aufgeführt... Man muss sich wirklich von dieser Geschichte überraschen und hineinziehen lassen ohne groß irgendetwas zu kennen.

Vielleicht kommt einem unweigerlich "zwei an einem Tag" mit einem ähnlichen Konzept in den Kopf. Wer dieses Buch/Film möchte wird auch hier seine Freude haben - doch sei unbedingt gesagt, dass es hier aber auch komplett anders ist und man wirklich eine ganz andere Art von Geschichte vorfindet, die einen noch mehr mitnimmt (lustigerweise erwähnen die Charaktere im Buch auch die Parallelen zu ihrer Geschichte) - doch was sie alles erwartete wird, 5 Jahre sind eine lange Zeit kann man nicht erahnen und dabei wirkt es keineswegs aufgesetzt. Das pure reale Leben. Und das ist es, was einen so mitnimmt.

Ein wahnsinnig gutes Buch, das man einfach nur weiterempfehlen kann. Und das schon jetzt zu meinen Jahreshighlight zählt.
Einen so tollen Liebesroman hab ich schon lange nicht mehr gelesen. Ein Buch was einen komplett mitnimmt.
Selbst wenn man Colleen Hoovers Bücher kennt und liebt, wage ich zu behaupten, dass das einer ihrer besten Bücher ist.


Vielen Dank an den dtv Verlag für dieses Rezensionsexemplar 

[REZENSION] Antonia Neumayer "Selkie"


Antonia Neumayer
"Selkie"
Verlag: Heyne
Erscheinungstermin: 10. April 2017
Preis: 12,99€ (broschiert)
            9,99€ (eBook)

Kate ist siebzehn und lebt mit ihrem Vater und Bruder ihr ganzes Leben lang schon auf der kleinen Orkneyinseln im Norden Schottlands. Sie und ihr Bruder verdauen sich alles an. Ihr Vater ist leider dem Alkohol immer mehr verfallen, seit ihre Mutter die Familie verlassen hat.
Eines Tages stehen drei Männer plötzlich auf der Insel, in seltsamen Uniformen und wollen ihren Bruder Gabriel mitnehmen. Das ist das erste mal, dass er seiner Schwester nichts erzählt hat, auch sein Verhalten in letzter Zeit war seltsam, und obwohl er nicht erfreut zu sein scheint, geht er mit diesen Männern. 
Kate hat Angst um ihren Bruder und will ihm helfen, daher schleicht sie sich aufs Schiff nur um von einem anderen Fremden entdeckt zu werden und plötzlich mit ihm vom Schiff fliehen zu müssen, da auf sie geschossen wird...
... Kate ist fest entschlossen ihren Bruder zu retten.

Die Geschichte fängt auf den ersten Seiten vielleicht ein wenig holprig an, man merkt dass der Einstieg in die Geschichte ein wenig konstruiert ist, aber nach weniger 40 Seiten etwa hat sich das auch schon gelegt. Sobald sich Kate auf dem Schiff befindet und die Ereignisse ihren Lauf nehmen, fliegen die Seiten nur dahin. Das Buch scheint trotz seiner knapp über 500 Seiten keine Längen zu haben.

Die Figuren sind einem sofort sympathisch, man findet sich selbst wie Kate dabei wieder, dass man die Menschen von beiden Seiten sympathisch findet.
Leider ist Kate aber auch ein wenig zu naiv, was einiges dann doch etwas unglaubwürdiger erscheinen lässt. So einfach mag es in einigen Fällen nun doch nicht sein und auch ihre Qualitäten für die Aufgabe scheinen nicht die besten zu sein, im Normalfall wäre sie längst aufgeflogen. Der Leser hat eh schon einiges viel eher durchschaut, aber der weiß auch vom Titel her worum es eigentlich geht und kann sich denken wer die Selkies sind. 

Ich persönlich hätte mir auch noch ein wenig mehr von den Sagen um die Selkies gewünscht, und auch von der schottisch schönen Landschaft in der all das spielt. Doch das tut der ganzen Geschichte alles keinen Abbruch.

Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, das Buch habe ich aufgrund des sehr schönen Schreibstils und weil man sich so gut in die Personen hineinversetzen konnte binnen 1,5 Tagen verschlungen... Das Ende scheint abgeschlossen, aber es macht auch ein paar Andeutungen auf mehr.... Vielleicht kommt da ja noch was. Immerhin haben wir hier auch ein Erstlingswerk einer sehr jungen Autorin vor uns, das wirklich sehr gelungen ist und wir daher auf mehr hoffen können.

Ein Punkt Abzug für die kleinen Schwächen, die noch Platz noch oben lassen für hoffentlich weitere Werke.


Danke an den Heyne Verlag für dieses Rezensionsexemplar 

[REZENSION] E.O.Chirovici "Das Buch der Spiegel"


E.O. Chirovici 
"Das Buch der Spiegel"
Verlag: Goldmann
Erscheinungsformen: 27. Februar 2017
Preis: 20,00 € (gebunden)
           15,99 € (eBook)

Der Literaturagent Peter Katz erhält eines Tges ein mysteriösen Manuskript. Der Autor Richard Flynn schickt ihm die ersten 70 Seiten seines Romans, einer Autobiographie in der es um die Ermordung des angesehenen Professors Joseph Wieder geht - und in deren Geschichte Flynn selber verwickelt war. Der Mord ist 20 Jahre her und wurde nie aufgeklärt. Hält Katz eine wahre Geschichte in den Händen, ist es vielleicht sogar ein Geständnis ? Katz fragt will den Rest des Manuskriptes Anfragen, doch Flynn ist bereits verstorben,... Also macht sich Katz mit Hilfe anderer die er engagiert und befragt auf die Suche nach dem Manuskript und den wahren Hintergründen des Mordes.

Die ersten Seiten des Buches nehmen den Leser genauso gefangen, wie Katz selber. Man will genauso erfahren wie das Manuskript weitergeht, was es damit auf sich hat. Wieso jetzt nach 20 Jahren ? Und enthält es die Wahrheit ?

Die Geschichte ist in drei Teile unterteilt. Im ersten Teil erfahren wir die Sicht von Peter Katz und wir bekommen die besagten 70 Seiten des Manuskriptes zu lesen, die plötzlich abbrechen. Im zweiten Teil wechseln wir die Perspektive und verfolgen einen Detektiv, der von Katz angeheuert wird um die Hintergründe zu erforschen und Personen aufzuspüren. Der dritte Teil wird schließlich vom Polizisten Freeman erzählt, der den Fall damals ermittelte. Alles in allem eine abgerundete Sache, da wir die einzelnen Personen kennenlernen, bevor sie die Erzählung übernehmen. Leider geht es dadurch auch nicht so sehr in die Tiefe.

Der Fall ist spannend aber auch zum Teil verwirrend. Es tauchen viele Namen auf, die man später erst einmal wieder zuordnen muss, werden doch auch viele kleinen Nebenfiguren befragt. Und jeder scheint eine andere Geschichte zu erzählen. Wer der Schuldige ist, mag man nicht ausmachen, alles scheint in eine Sackgasse zu führen. Die Wahrheit nach 20 Jahren herauszufinden scheint unmöglich. Kein Wunder, dass der Detektiv aufgeben will... Spätestens an diesem Punkt geht es aber auch dem Leser wohl ähnlich. Die Geschichte ist nicht unbedingt spannend genug um einen an der Leine zu halten. Doch der schreibstil ist gut und lässt sich schnell lesen, der Leser bleibt also so kurz vorm Ende (mit knapp 380 Seiten und großer Schrift hat man das Buch wirklich schnell gelesen) dabei und will nun auch erfahren wie es aufgelöst wird.

Das Ende schließlich ist nicht ganz befriedigend, es wirkt dann doch ein wenig zurechtgebogen und plötzlich haben wir einen Täter, während andere doch unschuldig sind obwohl doch alles eher anders scheint. Hinzu merken wir wieviel eigentlich noch weiterhin verborgen wurde - ob das Manuskript nun Wahrheiten enthielt erfahren wir nicht auch wenn es wieder auftaucht. Im Großen und Ganzen eine leider doch zu sehr zurechtgebastelte Geschichte, die ihre Spannung dadurch verliert, dass sie Zuviel verwirrt und alle Handlungen zurechtgebastelt wurden und gar unnötige Elemente enthielten. Am Ende fragt man sich dennoch was nun der ganz genaue Ablauf war.

Schade ich hatte mir trotz der guten Unterhaltung und aufgrund des anfangs doch etwas mehr Spannung von der Geschichte erhofft.


Vielen Dank an den Goldmann Verlag für dieses Rezensionsexemplar